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Bewässern

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Durchspülen – Ich besitze zwei Hydropflanzen, die so groß sind, dass ich sie nicht mehr in der Badewanne durchspülen kann (Ranke am Wuchsstock ca. 2 m hoch und an der Wand festgebunden). Was mache ich dann?
Inzwischen hat sich die Empfehlung zum Durchspülen der Gefäße gewandelt. Dies ist nur noch bei einem akuten Fehler (Überdüngung, Verschmutzung der Nährlösung durch Getränkereste etc.) sinnvoll. Im Regelfall kann darauf verzichtet werden.

Regenwasser – Ich gieße meine Hydro-Pflanzen mit Regenwasser. Mit welchem Dünger erziele ich die beste Nährstoffversorgung?
Die Verwendung von Regenwasser zur Bewässerung von Pflanzen in Innenräumen, gleichgültig ob Hydrokultur, Seramis oder Torfkultur, ist nicht unproblematisch. Dies liegt daran, dass die im Handel angebotenen Düngemittel für Endverbraucher für die Kombination mit salzfreiem Gießwasser nicht geeignet sind. Die Erklärung ist vielschichtig: Der Einsatz von Ionenaustauscherdünger (Lewatit HD50) setzt eine gewisse Salzmenge im Gießwasser voraus, damit der Ionenaustausch funktioniert.
Lewatit HD50 soll zwar für alle Härtegrade von Wasser geeignet sein, allerdings empfiehlt der Hersteller bei weichem Wasser / Regenwasser die Zugabe von Kalk. Der Ionenaustauscher bindet nahezu das gesamte Kalzium, Magnesium und Sulfat, so dass den Pflanzen diese unverzichtbaren Nährelemente fehlen. Flüssigdünger werden fälchlicherweise häufig als Alternative für salzarme Gießwässer angesehen. Sie sind aber gerade für diesen Einsatzbereich auch nicht geeignet. Flüssigdünger enthalten nämlich keine nennenswerten Mengen an Kalzium und Magnesium. Aus technischen Gründen können beide Nährelemente in konzentrierten Stammlösungen nicht enthalten sein. Außerdem enthalten Flüssigdünger vergleichsweise hohe Ammonium-N-Anteile, die in Kombination mit salzarmem Gießwasser zu einem starken Abfall des pH-Wertes der Nährlösung führen, was die ohnehin schlechte Kalziumversorgung nochmals verschlechtert.
Deshalb bieten wir “Lewatit für weiches Wasser” an, dieses ist bereits entsprechend mit Kalk gemischt.

Sauerstoffgehalt – Kann man durch Anreicherung des Gießwassers mit Hilfe einer Luftpumpe bzw mit Sauerstofftabletten das Wachstum verbessern?
Frisch gezapftes Gießwasser ist in der Regel nahezu mit Sauerstoff gesättigt. Eine weitere Sauerstoffzufuhr wird deshalb ohne Wirkung sein. Mit Sauerstofftabletten (aus der Aquaristik?) liegen keine Erfahrungen vor. In unserem täglichen Geschäft haben wir auch noch nie eine derartige Problematik gehabt.

Wasserhärte – ph-Wert – Unser Wasser (Essen/Ruhr) hat hohe pH-Werte (7,2 – 7,9) bei niedrigsten Härtegraden (max. 1). Wie ist die optimale Düngung für solche Verhältnisse?
Der pH-Wert des Gießwassers darf nicht überbewertet werden. Er hängt nicht nur vom Gehalt des Wassers an Hydrogenkarbonat-Ionen (Säurekapazität bzw. Karbonathärte) ab, sondern wird auch nennenswert von dem CO2-Gehalt des Wassers bestimmt. Bei weichem, schwach gepufferten Wasser wird der pH-Wert durch geringe Einflüsse sehr stark, sowohl nach oben als auch nach unten beeinflusst, ohne dass dies von Bedeutung wäre. Entscheidend für die Pflanze ist der pH-Wert, der sich nach Düngerzusatz einstellt. Kurzfristig wird dieser im wesentlichen durch die Phosphatkonzentration (Phosphatpuffersystem) und mittel- und langfristig durch die Mineralstickstoffform (Ammonium oder Nitrat) bestimmt.
Wir empfehlen unser “Lewatit für weiches Wasser”, dieses ist bereits entsprechend mit Kalk gemischt.

Wassertemperatur – Beim meiner 20 Jahre alten Strelizie habe ich festgestellt, dass die Wassertemperatur erheblich oberhalb der Zimmertemperatur lag. Was kann die Ursache sein und sind negative Folgen zu befürchten?

Eine im Vergleich zur Zimmertemperatur höhere Nährlösungstemperatur im Gefäß kann in der Regel durch zwei Gründe verursacht werden: Einfluss durch Heizung (Heizkörper oder Bodenheizung) oder durch direkte Sonneneinstrahlung. Gegen den Einfluss der Heizung kann man das Gefäß ggf. durch eine isolierende Schicht (Styroporunterlage etc.) schützen.
Sofern das Gefäß direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, wirkt sich dies besonders stark bei dunklen Gefäßen aus. Ob die Temperaturerhöhung zu Pfanzenschäden führt, hängt außer von der Höhe der Temperatur auch sehr stark von der Pflanzenart ab. Die Empfindlichkeit von Strelizien ist mir allerdings nicht bekannt. Temperaturen über 40° C sollten jedoch auf jeden Fall vermieden werden.

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